Die Halbzeit ist Anlass für mich eine kleine Bilanz zu ziehen. Ich nehme damit Bezug zu meinem Artikel vom Anfang des Jahres.

Warum setzt sich der Standard nach 9 Jahren durch?

Der Brower aus Redmond ist zwar nicht mehr in der Lage „…sie alle zu knechten…“, hat aber anhaltend eine hohe Bedeutung. Das hat auch mit der hohen Verbreitung des Microsoft-Betriebssystems zu tun. Das der IE 9 SVG direkt unterstützen wird, hilft der Verbreitung des Webstandards SVG.

Egal wie sich jeder Webentwickler in der Auseinandersetzung Apple vs. Adobe positioniert, die Kunden wünschen Seiten, die auch auf dem Iphone und dem Ipad gut aussehen. Auf der SVG-Developer-Liste stellen sich jetzt wiederholt Newcomer vor, die bisher für Flash entwickelt haben.

Was muss ein Gestalter beachten?

(vermutete) Browserverteilung Ende 2010

Am Ende des Jahres werden die Browserstatistiken vermutlich so aussehen:

  • IE bis 8 30%
  • IE9 10%
  • Firefox4 30%
  • Chrome 15%
  • Safari 6 %
  • Opera 10.6 6%

Design

Safari und der IE verstehen keine filter-Anweisungen. Das betrifft auch den Unschärfefilter. Als workaround kann auf einen Farbverlauf ausgewichen werden. Ansonsten gilt das selbe, wie bei CSS und HTML: Browser, die höhere Darstellungsfähigkeiten haben, zeigen die Grafiken eben etwas hübscher an.

Zum Gestalten der Grafiken eignen sich der Adobe Illustrator und Inkscape. Beide Programme haben eine unterschiedliche Logik und erfordern eine gewisse Einarbeitungszeit. Beim Printdesign spielen die Dateigrößen von Vektorgrafiken normalerweise keine Rolle, da sie im Vergleich zu den Fotos verschwindend klein sind.Dateigrößen über 150 kb sind im Web jedoch nicht hinnehmbar.

Der Optimierungsprozess beginnt in der Gestaltung schon mit einer vernünftigen Reduktion auf die wesentlichsten Gestaltungselemente. Im AI ist die Grafik unbedingt für das Web abzuspeichern und in Inkscape ist die Einstellung optimiertes SVG zu wählen.

Einbettung

Inline – direkt ins (X)HTML

SVG können Inline in ein HTML5, XHTML5 und XHTML1.1 eingebettet werden. In der letzten Variante müssen alle Elemente den Namespace mitführen. Aus <svg> wird dann <svg:svg>, aus <g> wird <svg:g> u.s.w. Das geht zwar auch per Suchen und Ersetzen ist aber unkomfortabel.
Alle o.g. Browser zeigen bei XHTML5 die eingebetteten Grafiken an. Erforderlich ist dafür, aber eine weitestgehende Kontrolle über das Markup, da jeder Fehler zu einem Lesefehler der Seite führt. Der Einsatz eines WYSIWYG-Editors scheidet damit aus.

Firefox4 und IE9 zeigen direkt eingebettete Grafiken auch bei HTML5 an. Durchsetzen wird sich diese spannendste Form, wenn Opera und die Webkitbrowser es auch darstellen.

Einbettung per object-Tag

Diese Variante funktioniert in alle Browsern.

<object type="image/svg+xml" data="Grafik.svg"><img src="Grafikt.png" alt="Grafik" /></object>

Bei Infografiken läßt sich das uneingeschränkt empfehlen. Anhaltend haben die Webkitbrowser einen Bug, dass sie dem Hintergrund eines so eingebetten SVG unbedingt einen weißen Hintergrund mitgeben müssen. Sollte man die gesamte eckige Pracht nicht so mögen, kann mit einer anderen Hintergrundfarbe ein bisschen getrickst werden.
Unter Linux kann mit einem beherzten

gzip -c < Grafik.svg t> Grafik.svgz

die Grafik gepackt werden. Damit diese angezeigt wird, muss aber der Apache dies verstehen, was am einfachsten mit einer Anpassung der .htaccess gelingt:

AddType image/svg+xml svgz
AddEncoding gzip .svgz 
Einbettung per CSS

Kaum zu glauben aber wahr. Am Ende des Jahres sollen dies alle Browser beherrschen. Opera und Webkit können das schon länger, die Preview des IE beherrscht es und für den Firefox4 steht es auf der ToDo-Liste. Das geht sogar mit data/uri.
Ich rate im Moment aber noch davon ab, komplette Hintergründe damit zu gestalten. Opera 10.6 „friert“ dabei regelmäßig ein.

Eine empfehlenswerte Testseite findet sich bei deveria.com. Dort können alle Browser auf ihre Fähigkeiten überprüft werden. Zusätzlich werden noch weitere Einbettungsformen vorgestellt.

Fazit:

Am Ende des Jahres gibt es eine breite Unterstützung des Formates durch die Browser. Damit sind jetzt die Gestalter gefragt, um neue Ideen umzusetzen.