Pixelfans

9 Jan 2010

Eine Lanze für Linux

geschrieben von Pawel

Als ich das erste Mal von Linux in der c’t las, war gerade ein Kernel unter 1 aktuell. Ich hatte schon ein “gewaltiges” Computerwissen angesammelt, was für mich bedeutete, dass ich eine autoexec.bat verändern konnte und dann Windows 3.1 sofort beim Booten startete.

Die Linuxidee fand ich allein schon deshalb spannend, weil ein Informatikstudent in die Phalanx der kommerziellen Unixe einbrach. Ich habe in den nächsten Jahren alle Artikel über das Betriebssystem gelesen, bin aber meine ersten Schritte erst dann gegangen, als SUSE, eine Distribution für die Novell verantwortlich zeichnete einen grafischen Installer mitbrachte, der parallel auch Windows auf der Festplatte lies. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch Schwierigkeiten bestimmte Drucker anzusprechen und der Sound war auch immer problematisch.

Ich mag grafische Oberflächen und die Vorteile der Kommandozeile erschließen sich erst nach einem gewissen Lernaufwand. Einmal verstanden, ersparen sie gewaltige Zeit und zusätzliche Programme. Für mich als Windowsumsteiger war es seltsam das es kein “richtiges” ftp-Programm für Linux gibt, ehe ich richtig verstanden hatte, wie komfortabel man auf Netzressourcen zugreifen kann.

Kleinere Anpassungen an HTML-Dateien mache ich seither direkt auf dem ftp. Linux speichert dafür zwar auch lokal die Datei zwischen. Es fühlt sich aber so an, als ob man die Datei lokal bearbeiten würde.

Nach ein paar Jahren bin ich auf das Debian basierende Kubuntu umgestiegen und genieße seither die einfache Installation von Programmen oder Updates über ein einfaches sudo apt-get install program. In der Zeit haben andere noch nicht mal die Website angesteuert, wo das frisch installierte Programm schon bei mir arbeitet.

Ich bin trotzdem immer noch überrascht, welche Möglichkeiten Linux einfach schon mitbringt. Meine Tochter hat im vergangenen Jahr nach einer Möglichkeit gesucht, Youtubevideos die typischerweise in einem Flashformat (*.flv) vorliegen in ein spezielles *.avi-Format für ihren IRIVER-Player zu konvertieren. Die Formatierung dafür ist schon sehr speziell, aber mit einem Kommandozeilenaufruf

mencoder input.flv -ovc xvid -oac mp3lame -xvidencopts bitrate=491 -o output.avi

erreichbar. Da ich mir auch nicht ständig irgendwelche Parameter einprägen möchte, habe ich zenity genutzt, eine Erweiterung für einfache grafische Oberflächen und schon wird daraus ein Programm:

#!/bin/bash
zenity—info—text “With this tool, you can convert a youtube file, e.g. with the *.flv extension in a xvid *.avi file. The converted file will save in the same directory like this script.“
input=`zenity—title=“Select a file”—file-selection—text=“name of the file”`
output=`zenity—title=“Choose a name”—entry—width 80—text=“What would you like to name the file - no extension, no spaces”`
mencoder “$input” -ovc xvid -oac mp3lame -xvidencopts bitrate=491 -o “$output”.avi
zenity—info—text ‘finished ‘

Zur Zeit bevorzuge ich GNOME als grafischer Oberfläche. Damit kann man auch alle AIR-Programme ausführen, wo KDE schwächelt. Zur Zeit höre ich parallel Radio als Stream und habe auch keine Probleme mit dem Ton mehr.

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